Abwasser

Abwasser

Der Begriff des Abwassers ist in der DIN 4045 festgelegt. Danach versteht man unter Abwasser durch menschlichen Gebrauch verändertes ablaufendes Wasser und jede andere Art von Wasser, welches in die öffentliche Kanalisation gelangt.

Häusliches Abwasser

Häusliches Abwasser entsteht durch tägliche menschliche Nutzung von Wasser in allen Haushaltungen. Hierzu zählt auch das Abwasser aus Wasch- und Toiletteneinrichtungen von Hotels und Bürohäusern. Als Grauwasser bezeichnet man die fäkalienfreien Abwässer, die aus Küchen, Bädern, Duschen und Waschbecken stammen. Das fäkalienhaltige Abwasser aus Toiletten und Urinalanlagen ist unter dem Begriff Schwarzwasser bekannt.

Regenwasser

Niederschlagswasser kann durch Luftverunreinigungen, durch Schmutz an Ablaufflächen oder durch andere ökologische Aspekte verschmutzt sein. Man spricht vom Grad der Verunreinigung, der im Wesentlichen von Geographie, Luft- und flächenmäßiger Verschmutzung und Regenhäufigkeit abhängt. Die am häufigsten vorkommenden Verunreinigungen haben sand-, salz-, öl- oder auch fetthaltigen Charakter.

Industrielles Abwasser

Abwasser, welches durch Industriebetriebe anfällt, bedarf einer genaueren Untersuchung des Mediums, da hier auch chemische Bestandteile erheblich variieren können. Bei nicht ausreichender Analyse können sich ungeahnte Gefahren für die Kanalisation ergeben. Diese können sich besonders als Korrosionsschäden bemerkbar machen. Ein besonderes Augenmerk sollte hierbei den Abwässern der Textil- und Lebensmittelindustrie gelten.

Kläranlagen

Das Abwasser wird über die Kanalisation in Kläranlagen geleitet. Kläranlagen sind technische Einrichtungen zur Reinigung von Abwasser. Bei diesem Reinigungsprozess kommen mechanische, biologische und chemische Komponenten zum Einsatz. Eine moderne dreistufige Kläranlage arbeitet nacheinander diese drei Reinigungsstufen ab.

Die mechnische Reinigung geschieht in der Rechenanlage, in welcher das Abwasser einen Rechen oder Sieb durchläuft.

Die biologische Stufe entspricht im Prinzip der natürlichen Selbstreinigung von Gewässern. Durch Kleinstlebewesen und Bakterien werden biologische Verunreinigungen im Abwasser abgebaut.

In der chemischen Stufe wird durch Neutralisation der PH-Wert des Wassers eingestellt. Dies geschieht durch gezielte Zugaben von säurehaltigen Stoffen wie HCL oder basischen Stoffen wie Kalkmilch.

Um die Wirtschaftlichkeit von verschiedenen Kläranlagen miteinander vergleichen zu können, führt man einen Stromvergleich durch, der sich aus einem einwohnerspezifischen Stromverbrauch und einem theoretisch möglichen Idealwert zusammensetzt. Dieser Idealwert ist eine Basisangabe der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA).