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Europa


Der Name E. wird heute häufig synonym für die Europäische Gemeinschaft (EG) verwendet, die jedoch nur einen Teil von E. umfaßt.

Dem geographischen Umfang nach ist E. mit etwas über 10 Mio km2 der zweitkleinste Erdteil. Eigentlich handelt es sich um eine große, in sich gegliederte westliche Halbinsel der Festlandmasse Asiens; beide Erdteile zusammen werden als Eurasien bezeichnet. Begrenzt wird E. nach Asien hin durch Uralgebirge, Uralfluß, Kaspisches Meer und die Mantyschniederung im nördlichen Kaukasusvorland. Mit 645 Mio Einwohnern ist E. der am dichtesten besiedelte Erdteil; der Bevölkerungszahl nach liegt E. hinter Asien an zweiter Stelle.

Begünstigt ist E. in weiten Teilen nicht nur klimatisch, sondern auch durch Wasserreichtum, was sich u.a. in der ertragreichen Land- und Forstwirtschaft niederschlägt. Der gewinnträchtigste Erwerbszweig ist allerdings die Industrie. Da, wo Eisen- und Erzvorkommen historisch mit Bevölkerungsverdichtungen zusammenkommen, ist in E. ein Hauptindustriegürtel entstanden, der von Schottland über England, Frankreich und die Benelux-Staaten quer durch Deutschland verläuft und über Nordböhmen, Mähren, Oberschlesien und Südpolen bis in das Donezbecken reicht. Weitere Industriekerne entstanden in Nordspanien, Norditalien, bei Lyon, in Ober- und Niederösterreich, bei Budapest und in Nordungarn, in der Ostslowakei und im Ostseeraum. Über die Bekämpfung der ökologischen Probleme, die in den Hauptindustriegebieten verstärkt auftreten, entscheidet in den ärmeren Ländern v.a. die finanzielle Ausstattung, in den reicheren Ländern dagegen das gesellschaftlich getragene Umweltbewußtsein.

Europaweit ist ein dynamischer Flächennutzungswandel zu verzeichnen: Immer mehr Freiflächen werden für Siedlungen, Industrie, Kommunikation, Verkehr und Erholung aufgewendet (Flächennutzung). Auch kann in allen Ländern von einer zunehmenden Urbanisierung gesprochen werden.
Wirtschaftlich ist E. von Gegensätzen gekennzeichnet, wobei es neben dem Nord-Süd-Gefälle ein starkes Gefälle in West-Ost-Richtung gibt. Viele der westeuropäischen Staaten, darunter Deutschland, gehören zu den politisch stabilsten, reichsten, wirtschaftlich und industriell am besten entwickelten Staaten der Welt. Die osteuropäischen Staaten haben nach den Umbrüchen seit Ende der 80er Jahre in unterschiedlichem Maß mit politischen, wirtschaftlichen und auch ökologischen Problemen zu kämpfen und sind im Extremfall (Albanien) kaum in der Lage, sich selbst zu erhalten.

Der Zustand der Umwelt und Ressourcen in E. wurde 1992 zum ersten Mal von der EG-Kommission landesübergreifend im Zusammenhang mit dem 5. Aktionsprogramm (Umweltaktionsprogramm der EG) untersucht. Die EG erfaßt seit 1985 solche Umweltdaten in dem Datenprogramm CORINE.
Im Bereich der Luft wurde eine Verringerung der Emissionen von Schwefeldioxid, Stäuben, Blei und FCKW, dagegen Zuwächse bei den Treibhausgaben Kohlendioxid, Stickoxiden, Ozon und Methan festgestellt.

Der Zustand der Gewässer wird weiterhin als ernst bezeichnet. Insb. hat die Grundwasser-Verschmutzung infolge von Pestizid- und Schwermetalleinträgen zugenommen und die Trinkwasserqualität sich verschlechtert. Ende der 80er Jahre gelangten größtenteils über Flüsse 1.519.000 t Stickstoff und 103.550 t Phosphate in die europäischen Meere. 259.000 t Öl fließen jährlich alleine in die Nordsee (Ölpest). Als Folge der weiter ansteigenden Belastung durch Nitrate und Phosphate (Abwässer, Überdüngung) beobachtet man eine zunehmende - auch bakterielle - Verschmutzung der Mündungsgebiete (insb. Adria, Nordsee und Ostsee) und großräumige Eutrophierungen. Hinzu kommen regionale Wasserverknappungen.

Große Flächen und Böden in Europas sind bedrohlich stark belastet. Hierfür sind v.a. Schwermetalle und organische Verbindungen (Kohlenwasserstoffe) verantwortlich. 60-70% der Cadmiumeinträge stammen von Düngemitteln, Blei wird zu 90% vom Verkehr emittiert. Die Erosion konnte in 35% der landwirtschaftlich genutzten Gebieten, insbesondere in Südeuropa, nicht eingedämmt werden. Ein weiteres Problem stellen punktuellen Belastungen durch Industrie und Deponien dar, deren Sanierung in E. noch ganz am Anfang steht.

Der Europäische Binnenmarkt trägt zur Verschärfung vieler anthropogen verursachter Umweltbelastungen in E. bei, insbesondere in den Bereichen Energie, Verkehr (Güterverkehr, Lkw-Verkehr), Tourismus (Freizeit und Umwelt, sanfter Tourismus) und Abfall. Allein das Giftmüllaufkommen (Sonderabfälle) in E. erreichte 1989 22 Mio t, wobei der Großteil in Deutschland, Großbritannien, Frankreich in Italien erzeugt wird.
Die Lebensqualität in den urbanen Zentren - ein Thema, dem sich die Europäische Gemeinschaft seit 1989 widmet - hat sich v.a. in den Methropolen Südeuropas drastisch verschlechtert. Auch der ländliche Raum macht einen weitreichenden ökologischen Verschlechterungsprozeß durch, und zwar v.a. bedingt durch die Abwanderung und intensive Bewirtschaftung. In der Bretangne sind z.B. 160.000 km Böschungen und Gehölze beseitigt worden, am Mittelmeer werden bereits die Hälfte der Anbauterassen nicht mehr genutzt.

In zunehmendem Maße kommen nun auch Kriege (das zerfallene Jugoslavien, Teile Osteuropas) als Verursacher nachhaltiger Umweltschäden in Betracht.
Als Indikator dieser gesamten negativen Entwicklungen gilt die Entwicklung der Artenvielfalt. Von wenigen regionalen Ausnahmen abgesehen macht sich zunehmend ein Prozeß des Artenrückgangs (Artensterben) bemerkbar, wobei besonders betroffen sind: Tierarten, die einen großen Lebensraum benötigen, Waldökosysteme (Waldsterben) und aquatische Ökosysteme, insb. Torfmoore und Röhrichte.

Angesichts dieser abnehmenden Umweltqualität kommt die Umweltpolitik der Europäischen Gemeinschaft und der übrigen Staaten in E. einem Wettlauf mit der Zeit gleich. Wägt man die Anteile der einzelnen Staaten und ihrer jeweiligen Verursacher an den Umweltbelastungen mit ihren Bemühungen um einen Durchbruch in der Umweltpolitik in E. gegeneinander ab, kann zwar von verschiedenen Betroffenheiten und Initiativen, jedoch von einer Vorreiterrolle bislang nicht gesprochen werden. Darüber hinaus bleibt die EG-Umweltpolitik in vielen Fällen hinter den bestehenden nationalen Gesetzen zurück.


Haupttreffer:

Europa kann in Kopenhagen 40-prozentige CO2-Minderung anbieten Europa kann in Kopenhagen 40-prozentige CO2-Minderung anbieten
Berlin, 02.12.2009: BUND/FoEE-Studie zu ungenutzten Potentialen beim Klimaschutz. Die Staaten der Europäischen Union können ihr bisher bis 2020 zugesagtes Ziel einer 20prozentigen Minderung der Treibhausgase deutlich erweitern. Die CO2-Emissionen in der EU ließen sich um bis zu 40 Prozent verringern, wenn beispielsweise die erneuerbaren Energien stärker ausgebaut und die vorhandenen Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz entschlossener genutzt würden.
Europas Kampf gegen Drogen Europas Kampf gegen Drogen
Brüssel, 06.11.2009: Die EU-Kommission hat heute ihren jährlichen Bericht zum Drogenmissbrauch in der EU vorgestellt. Die vom Europäischen Beobachtungszentrum für Drogen und Drogenabhängigkeit (EMCDDA) erstellte Studie macht deutlich, dass der Drogemarkt merklich ausgeklügelter wird und eine Zunahme verschiedenartigster Drogen zu verzeichnen ist.
Erstes europaweites Ranking der Palmöl nutzenden Unternehmen Erstes europaweites Ranking der Palmöl nutzenden Unternehmen
Frankfurt a. M., 28.10.2009: Die Mehrheit der Palmöl nutzenden Unternehmen in Europa kauft kein zertifiziertes Palmöl aus umweltverträglichem Anbau, obwohl dieses in großen Mengen auf dem Markt erhältlich ist, so ein heute veröffentlichter WWF-Bericht. Die „Palmöl Scorecards“ untersuchen erstmalig die Einkaufspolitik der 59 bekanntesten Händler und Hersteller in Europa, die Palmöl kaufen und in ihren Produkten nutzen.
Europaweite Aktionswoche für bedrohte Haie Europaweite Aktionswoche für bedrohte Haie
München, 08.10.2009: Protestaktion gegen brutale Tötungsmethoden –
Verbrauchertipps für Meeresfreunde. Vom 10. bis 18. Oktober findet die „Europäische Haiwoche“ statt. Das Ziel: über die Bedrohung von Haien zu informieren. Vor allem für die in Asien beliebte Haiflossensuppe werden manche Haiarten bis an den Rand der Ausrottung gejagt. Die Tiere enden aber auch an der Fischtheke, in Kosmetikprodukten, Nahrungsergänzungen und sogar als Lederarmband. Besonders grausam ist das so genannte Finning, das Abtrennen der Rückenflossen.
Biologische Vielfalt in Europa gefährdet Biologische Vielfalt in Europa gefährdet
Brüssel, 15.07.2009: Trotz der Rückkehr von Bibern und Bären gibt es keine Entwarnung beim Artenschutz in Europa: Ein Großteil der empfindlichsten Arten und Lebensräume ist gefährdet. Die Mitgliedstaaten müssen nun noch stärker gegensteuern. Dies ist das Ergebnis eines Berichts über den Erhaltungszustand von über 1150 Arten und 200 Lebensraumtypen, die durch EU-Recht geschützt sind.


Stand: 11. Mai 2001

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