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Umweltzeichen



Das deutsche Umweltzeichen (Blauer Umweltengel) ist aus einer Initiative der Umweltminister von Bund und Ländern vor mehr als 25 Jahren mit dem Ziel der Förderung und Kennzeichnung umweltfreundlicher Produkte entstanden.



Das deutsche Umweltzeichen wird seit 1979 durch die Jury-Umweltzeichen vergeben, einem vom Bundesminister des Innern und dann vom Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit berufenen Beschlußgremiums unabhängiger Persönlichkeiten.

Am Vergabeverfahren des "Blauen Engels" sind die folgenden Institutionen beteiligt:

  • Die Jury-Umweltzeichen (Jury UZ) ist ein unabhängiges Beschlussgremium mit Vertretern aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, Gewerkschaften, Industrie, Handel, Handwerk, Kommunen, Wissenschaft, Medien, Kirchen und Bundesländern.
  • Der RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. als Zeichenvergabestelle
  • Das Umweltbundesamt, mit dem Fachgebiet: Methoden der Produktbewertung, Umweltzeichen "Blauer Engel" mit der Geschäftsstelle der Jury Umweltzeichen und die einzelnen Fachabteilungen des Umweltbundesamtes - je nach Produktgruppe.
  • Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ist Zeicheninhaber und informiert regelmäßig über die Entscheidungen der Jury Umweltzeichen.
Das Umweltzeichen ist ein freiwilliges Instrument der Umweltpolitik, es kann nur greifen, wenn:
  • umweltfreundliche Produkte definiert und kontrolliert werden können,
  • Hersteller mit entsprechend geprüften Argumenten werben wollen und
  • Verbraucher/Nachfrager das Umweltzeichen beim Einkauf oder in der Beschaffung beachten.

    Für die Vergabe des Umweltzeichens sind nur Produkte geeignet, die im Vergleich zu echten Konkurrenzprodukten über besondere Umweltvorteile verfügen. Dies ist der Fall, wenn sie z.B. weniger Emissionen verursachen (Luftverschmutzung, Lärm, Abwasser, Gewässerbelastung), keine oder kaum Gefahrstoffe enthalten, wiederverwertbar (Recycling) bzw. aus Recyclingprodukten hergestellt und somit ressourcenschonend sind.

    Die Kriterien des Umweltzeichens werden jedoch nicht kontrolliert, grundsätzlich reichen Herstellererklärungen aus. Im Jahr 2005 waren etwa 3.600 Produkte und Dienstleistungen von ca. 580 Zeichennehmern des In- und Auslandes ausgezeichnet. Hiermit hat sich in den letzten Jahren ein leichter Rückgang bei Anmeldern und Produkten ergeben, was u.a. auf die Labelflut im Verbraucherbereich zurück geführt wird.

    Die Vergabegrundlagen des Umweltzeichens haben eine begrenzte Laufzeit von meist drei Jahren. Schwerpunkte sind Heimwerkerprodukte (z.B. schadstoffarme Lacke), Kfz und -Zubehör (wie etwa umweltschonende Pkw mit Drei-Wege-Katalysator, asbestfreie Bremsbeläge (Asbest), abwasserentlastende Kaltreiniger), Hausgeräte (z.B. emissionsarme Ölbrenner, wassersparende Spülkästen (Trinkwasserverbrauch) und Recyclingprodukte (beispielsweise Umweltschutzpapier und Produkte aus gemischten Kunststoffabfällen).

    Die Produktpalette bewerteter und miteinander im Vergleich stehender Produkte wird aus Gründen leichter zu verifizierender Kriterien eng begrenzt. Ein Auto mit Katalysator kann ein Umweltzeichen beantragen, ein wesentlich umweltverträglicheres Fahrrad jedoch nicht, obwohl beide der Fortbewegung dienen. Um dieses Mißverhältnis zu klären, ist die begleitende Information für den Verbraucher zu intensivieren.

    Kritisch zu sehen ist die zunehmende Vergabe für Recyclingprodukte z.B. aus gemischten Kunststoffabfällen (Kunststoffrecycling, Plastifizierung), was die spezifischen Produktions- und Entsorgungsprobleme nicht löst bzw. nur zeitlich verschiebt (Recycling).

    Bei aller Kritik am System des Umweltzeichens ist unbestritten, dass die Umweltzeichenvergabe umweltorientierte Innovationen fördert. Daher versuchen immer mehr europäische Länder, das ökonomisch wie ökologisch erfolgreiche Konzept des deutschen Umweltzeichens zu kopieren.

    Die Europäische Union hat Anfang der neunziger Jahre ein EU-Umweltzeichen (mit der einer Sonnenblume als Symbol) eingeführt. Hierbei soll der gesamte Lebenszyklus (Ökobilanz) von Produkten berücksichtigt werden. Insgesamt bleibt das EU-Zeichen jedoch von seinen Umweltansprüchen an Produkten und Dienstleistungen in der Regel hinter den deutschen Umweltzeichen zurück. Amgesichts des großen europäischen Marktes hat sich das europäische Umweltzeichen auch noch nicht durchsetzen können.

  • Weiterführende Informationen:


    Haupttreffer:

    Gartenarbeit  mit  dem Umweltzeichen Gartenarbeit mit dem Umweltzeichen
    Berlin, 22.04.2008: Wer umweltfreundlich gärtnern möchte, kann sich schon beim Kauf von Gartenutensilien für umwelt- und gesundheitsfreundliche Produkte entscheiden. Der Blaue Engel, das weltweit älteste Umweltzeichen, macht lärm-, schadstoffarme und kompostierbare Hilfsmittel sowie Produkte aus Recyclingkunststoffen leicht erkennbar.
    Neuer Neuer "Umweltzeichen Newsletter" erschienen
    Berlin, 10.09.2002: Schwerpunktthema des aktuellen Infobriefes rund um das deutsche Umweltzeichen „Blauer Engel“ ist der Weltgipfel fuer nachhaltige Entwicklung, der gerade in Johannesburg zuende ging. Denn die Verringerung von Ressourcenverbrauch und Schadstoffabfaellen setzt grundlegende Veraenderungen bei Konsum- und Produktionsgewohnheiten voraus.
    Weitere Treffer zu Ihrer Suchanfrage:
    Kein Eco-Label für Lebensmittel Kein Eco-Label für Lebensmittel
    Berlin, 18.10.2008: Die EU-Kommission plant ein europäisches Umweltzeichen für Konsumgüter ("Eco-Label“). Auch Lebensmittel sollen damit gekennzeichnet werden. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) tritt diesem Ansinnen entschieden entgegen, denn: "Die Kennzeichnung von konventionellen Lebensmitteln mit dem Attribut "Eco“ ist mit der EU-Öko-Verordnung nicht vereinbar und irreführend für die Verbraucher“, ...
    Gesund schlafen mit dem Blauen Engel Gesund schlafen mit dem Blauen Engel
    Berlin, 30.07.2008: Gewöhnlich sechs bis sieben Stunden schlafen Erwachsene, Kinder und Jugendliche sogar zehn Stunden. In dieser langen Zeit besteht fast unmittelbarer Kontakt mit der Matratze. Wer sich mit dem Blauen Engel bettet, ruht frei von etlichen Risiken.
    Aktion 30 Jahre Blauer Engel: Auch Du kannst Deine Welt verändern Aktion 30 Jahre Blauer Engel: Auch Du kannst Deine Welt verändern
    Sankt Augustin, 14.05.2008. Der „Blaue Engel“ feiert 2008 Geburtstag: Seit 30 Jahren steht der Blaue Engel als erstes und bekanntestes Umweltzeichen für nachhaltige und innovative Produkte sowie für verantwortungsbewussten Konsum. Mit der „Aktion 30 Jahre Blauer Engel: Auch Du kannst Deine Welt verändern“, einer Aktion des Bundesumweltministeriums, des Umweltbundesamtes sowie der Jury Umweltzeichen, geht der Blaue Engel von Mai bis August 2008 mit einem Aktionsbus auf Deutschlandtour.


    Stand: 5. Mai 2001

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