Atommüll

Atommüll

Als Atommüll werden radioaktive Abfälle bezeichnet, die in ihrer aktuellen Form nicht mehr genutzt werden können. Sie können unterschiedlicher Herkunft sein und verschiedene strahlende oder verstrahlte Stoffe enthalten.

Wie entsteht Atommüll?

Atommüll ist überwiegend das Ergebnis von Kernenergie. Diese kann im Rahmen von Energiegewinnung eingesetzt werden, seltener wird sie auch in Forschungsreaktoren genutzt. Radioaktiver Abfall kann jedoch auch in der Produktion und Lagerung von Kernwaffen entstehen. In kleinem Rahmen sind strahlende Restprodukte auch das Resultat von Medizintechnik, beispielsweise in der Nuklearmedizinischen Diagnostik oder der Strahlentherapie – diese machen jedoch nur einen extrem geringen Anteil aus. Insgesamt wird die Menge radioaktiven Abfalls auf mehrere hunderttausend Tonnen weltweit geschätzt – allein 700.000 Tonnen lagern in Russland. Die Intensität der Strahlung ist unterschiedlich, allerdings gelten mehr als 300.000 Tonnen davon als hochradioaktiv.

Was enthält Atommüll?

Radioaktiver Abfall besteht unter anderem aus den Brennelementen der Kernreaktoren und allen Bestandteilen, die mit diesen oder radioaktiver Strahlung in Kontaktg kommen. Die Brennelemente selbst bestehen überwiegend aus Uran, bei den anderen Komponenten kann es sich jedoch um sehr verschiedene Materialien handeln. Enthalten sein können unter anderem Putz- und Arbeitsutensilien, Kühl- und Abwässer oder Bauschutt. Diese strahlen zwar üblicherweise nicht aktiv selbst, wurden aber radioaktiv kontaminiert.

Warum ist Atommüll problematisch?

Radioaktive Strahlung stellt, auch in geringer Menge, eine ernsthafte Gesundheitsgefahr für alle Lebewesen dar, die damit in Berührung kommen. Zudem kontaminiert sie alles, was ihr ausgesetzt ist, in kürzester Zeit, sodass eine Eindämmung der Strahlung und Lagerung radioaktiver Abfälle außerordentlich kompliziert ist. Schon seit Beginn der Nutzung der Kernenergie diskutieren alle Beteiligten und Betroffenen über die richtige Entsorgung. Vor allem die nutznießenden Energieanbieter, zu denen die meisten großen Stromanbieter gehören, sind auf eine dauerhafte Lösung angewiesen. Hierzu wurden verschiedene Methoden, wie die Lagerung unter Wasser, unter freiem Himmel an speziellen Lagerstädten oder in ausgemusterten Bergwerken, getestet. Letztendlich eignet sich jedoch bislang keine Lagerungsart als endgültige Lösung, insbesondere aufgrund der langen Halbwertszeiten der strahlenden Stoffe.