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Umweltlexikon-online.de: Schwefelkohlenstoff


S. (Kohlendisulfid, CS2) ist eine farblose Flüssigkeit, die leicht entflammbar ist und mit Luft explosionsfähige Gemische bildet.
In reinem Zustand riecht S. angenehm aromatisch; da S. i.d.R. verunreinigt ist, riecht es unangenehm nach faulem Rettich. S. hat einen MAK-Wert von 10 ml/m3 (ppm) entsprechend 30 mg/m3 und ist hautresorptiv wirksam. Es kann die äußere Haut leicht durchdringen, d.h., beim Umgang besteht dadurch eine größere Vergiftungsgefahr als durch die Einatmung. S. wirkt wahrscheinlich auch fruchtschädigend, es kann also bei Exposition Schwangerer eine solche Schädigung, auch bei Einhaltung des MAK-Wertes, nicht ausgeschlossen werden. Akute Vergiftungen sind relativ selten, jedoch sind jahrelange Kontakte mit S. gesundheitsschädlich, da sie starke Organschädigungen bewirken können. S. wirkt auf das Zentralnervensystem funktionsstörend und hat deshalb eine dosisbedingte, narkotisierende Wirkung. Bei langzeitiger Aufnahme treten u.a. Symptome wie Schwächegefühl, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Libidoabnahme auf.
Industriell wird S. v.a. in der Faserherstellung (Viskose) eingesetzt, aber auch als Vulkanisationsbeschleuniger sowie zur Synthese von Tetrachlorkohlenstoff , Pflanzenschutzmitteln, Fotochemikalien u.a.


Stichwortstand: 1993

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Stand: 24. Februar 2012
Erstellt: 8. Mai 2001
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