Polyethylen

Polyethylen

Aufbau

Polyethylen [-H2C-CH2-]n ist ein Polymerisationsprodukt des Ethens. Polyethylen gehört zu der Gruppe der Polyolefine, teilkristalline Thermoplaste. Thermoplaste ähnelt vom Molekülaufbau dem Filz. Die Atomverbindungen liegen durcheinander sowie übereinander.

Eigenschaften

PE ist oft eingefärbt, ursprünglich aber Milchigweiß. Selbst bei tiefen Frosttemperaturen ist es noch zäh, reißfest und schier unzerbrechlich. Da es nur aus den Atomen Wasserstoff und Kohlenstoff besteht, verbrennt es ohne Zusatzstoffe zu Kohlendioxid und Wasserdampf. Es schwimmt auf Wasser und nimmt dieses nicht auf. Polyethen ist gasdurchlässig, geschmackslos und geruchslos. Nachteilig ist, dass es bei Temperaturen ab 80 C° seine Stabilität verliert und nicht mehr einsetzbar ist. Ein großer Vorteil gegenüber anderem Plastik ist die Beständigkeit gegen Säuren und Laugen. Es wird in Hochdruck-PE und Niederdruck-PE unterschieden. Hochdruck Polyethylen ist weich und leicht elastisch, wogegen Niederdruckpolyethylen hart und nur wenig biegsam ist.

Geschichte

Entwickelt wurde es schon 1898 von Hans Freiherr von Pechmann. Ab 1933 wurde es unter hohen Druck und heißen Temperaturen in England industriell hergestellt. Das Herstellungsverfahren rentierte sich erst 1940. Dreizehn Jahre später wurde von Karl Ziegler ein Verfahren entwickelt, mit dem PE auch ohne hohen Druck entsteht.

Anwendung und Einsatzgebiete

Wasserversorgungsunternehmen sowie Stromanbieter wechseln ab 1957 zu PE-Isolierungen für ihre Rohre und Leitungen, die auch bei niedrigen Temperaturen gute Eigenschaften aufweisen. Polyethylenisolierungen sind schwer entflammbar und preiswert. Meist werden sie in Form von Schläuchen angeboten, die einfach über das Rohr gestülpt werden und damit Arbeitszeitkosten einsparen.

weitere Einsatzgebiete:

  • Müllsäcke, Landwirtschaftsfolien, Bautenschutzfolien, Frischhaltefolien
  • Eimer, Rohre, Flaschen
  • Zahnräder, Implantatwerkstoff, Pumpenteile
  • Zusatzstoff für Garne