StartseiteRubrik: Wasser   |  Stichwort: Eutrophierung

Umweltlexikon-online.de: Eutrophierung




Eutrophierung bezeichnet die Gewässeranreicherung mit Pflanzennährstoffen (Überdüngung). Dieser Prozeß findet meist in langsam fließenden oder stehenden Gewässern statt und kann durch menschliche Eingriffe stark beschleunigt werden.



Durch den Menschen zusätzlich eingeführte Nährstoffe sind v.a. Stickstoffverbindungen (Nitrate und Ammonium-Stickstoff) und Phosphate . Sie stammen aus abgeschwemmten Düngemitteln und aus dem kommunalen Abwasser ( Exkremente , Waschmittel ) und gelangen gemeinsam mit natürlichen Nährstoffen (z.B. durch den Laubfall) in die Gewässer (Gewässerbelastung).

In Seen setzt durch das große Nährstoffangebot ein Massenwachstum von Algen ein (Phyto- Plankton ). Die Algen trüben das Wasser , so dass nach einiger Zeit nur noch in der oberflächennahen Schicht genügend Licht für die Photosynthese vorhanden ist. Die Algen der tieferen Schichten sterben ab. Durch die anschließenden Zersetzungsprozesse werden große Mengen an Sauerstoff verbraucht ( Sauerstoffzehrung ).

In fortgeschrittenem Stadium führt dies zu Fäulnis und Bildung toxischer Stoffe wie z.B. Ammoniak , Schwefelwasserstoff und Methan . Die Gesamtartenzahl sinkt sehr stark ab, es kann zu einem verstärktem Fischsterben kommen, der See „kippt um“ (Hypertrophie).

Um Eutrophierung zu verhindern oder bereits überdüngte Gewässer in einen niedrigeren Trophiezustand ( Trophiesystem ) zurückzuführen, muss die Nährstoffzufuhr verringert werden. Möglichkeiten Maßnahmen sind:
  • Verringerung des Phosphateintrags z.B. durch biologische Phosphatelimination oder Phosphatfällung (Fällung) in der dritten Reinigungsstufe (weitergehende Abwasserreinigung ), Phosphatersatzstoffe in Waschmitteln, Ringkanalisation .
  • Verringerung des Stickstoffeintrags z.B. durch biologische Stickstoffelimination in der dritten Reinigungsstufe ( Abwasserreinigung , Denitrifikation , Nitrifikation ) und v.a. geringeren Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft (ökologischer Landbau).

    Während v.a. seit 1990 der Nährstoffeintrag aus dem Abwasser durch aufwendigere Klärtechnik erheblich reduziert werden konnte, befindet sich der Nährstoffeintrag aus der Landwirtschaft (diffuse Einträge) weiterhin auf hohem Niveau.

    Nach einer Verringerung der Nährstoffeinträge reagieren Seen nur sehr langsam auf die verbesserte Nährstoffsituation, da Nährstoffe im Boden gespeichert und später wieder freigesetzt werden können. Ursprünglich nährstoffarme Seen ( oligotroph ) lassen sich aufgrund des atmosphärischen Nährstoffeintrags meist nicht mehr in den Ausgangszustand zurückversetzen.
  • 53255 Aufrufe seit August 2009
    Stand: 18. November 2010
    Erstellt: 11. Mai 2001
    Staub zum Frühstück?Staub zum Frühstück?
    Kapverdische Inseln/Kiel, 20.06.2009: Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel sind von einem sechswöchigen Aufenthalt auf den Kapverdischen Inseln zurückgekehrt, die 800 Kilometer vor der west-afrikanischen Küste liegen. Sie haben Luft- und Wasserproben gesammelt, um ...
    Dünger verschärft Konkurrenz um LichtDünger verschärft Konkurrenz um Licht
    Zürich, 01.05.2009: Gedüngte Wiesen sind produktiver, aber ärmer an Arten. Forscher der Universität Zürich und der ETH Zürich haben erstmals die Mechanismen identifiziert, die zum Artenverlust führen. Ausschlaggebend ist der Lichtmangel, wie sie in "Science" berichten. Die neuen Resultate zeigen, dass die Nährstoffanreicherung in den Wiesen stärker kontrolliert werden muss, wenn die Pflanzenvielfalt erhalten bleiben soll.
    Darwins ZeitmaschineDarwins Zeitmaschine
    Frankfurt, 11.03.2009: Heute sind viele mitteleuropäische Seen sauberer als in den 1970/80er-Jahren, als sie durch phosphathaltige Waschmittel und die Auswaschung phosphathaltigen Düngers aus den Feldern unbeabsichtigt stark gedüngt (eutrophiert) wurden. Diese Seen verloren ihre natürliche Artenvielfalt. Die Algen, darunter auch toxische Cyanobakterien, vermehrten sich rapide.
    Düngen bis zum UmkippenDüngen bis zum Umkippen
    Berlin/Meißen, 24.09.2008: WWF Studie: Agrarpolitik versagt beim Gewässerschutz. Die Bauern dürfen sich in diesem Jahr über gute Ernten freuen. Doch die hohen Erträge wurden teuer erkauft. Sie gehen auf den massiven Einsatz von Stickstoffdüngern zurück. Gülle und Mineraldünger sorgen aber nicht nur für gefüllte Scheunen, sondern sie belasten die Gewässer, versauern die Böden, verursachen maßgeblich das Artensterben und stellen ...
    Legen Sie eine pestizidfreie Woche einLegen Sie eine pestizidfreie Woche ein
    Wien, 25.03.2008: Von 20. bis 30. März rufen GLOBAL 2000 und Umweltschutz­organisationen aus Europa und Kanada zu einer "Pestizidfreien Woche" auf. Rund 200.000 Tonnen Pestizide werden allein in Europa in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt – diese Gifte könnten Mensch und Umwelt mit einem Umstieg auf biologische Landwirtschaft erspart werden. Denn bei der Erzeugung von Bioprodukten wird auf ...
    Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des KATALYSE Institutes, Köln
    in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
    Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
    Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
    © 1999 - 2012


    im Journal
    Social Buttons
    Über unser Institut
    Inserate
    Top-News
    Fangverbot für Donau-Stör
    VIER PFOTEN rettet Orang-Utans in Borneo vor Kopfgeldjägern
    Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist „Libelle des Jahres 2012“
    Angriff auf Wale unter falscher Flagge
    Nichts zu lachen für die Drachen
    Südafrika verliert 448 Nashörner
    5 Jahre nach Kyrill: Schäden im Wald noch immer deutlich sichtbar
    Vögel nur im Winter füttern? VIER PFOTEN rät zur ganzjährigen Fütterung
    Containerwrack vor Neuseeland gesunken
    Die Jagd verursacht Bestandsexplosion bei Wildschweinen
    Inserate