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Umweltlexikon-online.de: Chemische Kampfstoffe


C. werden allgemein in folgende Gruppen eingeteilt: Atmungsgifte , Binärkampfstoffe, Entlaubungsmittel , Hautkampfstoffe , Lungenkampfstoffe , Nervenkampfstoffe , Reizstoffe .

{b1l}Daneben existieren noch Psychokampfstoffe, wie z.B. Lysergsäurediäthylamid (LSD), die zu Verwirrung und Handlungsunfähigkeit führen und somit ideale Sabotagegifte darstellen.
Geschichte: Bereits im Altertum und Mittelalter machten Menschen von der giftigen Wirkung bestimmter Stoffe Gebrauch. Die rasante Entwicklung der chemischen Industrie im 19. Jh. führte dazu, daß eine große Anzahl von chemischen Verbindungen produziert wurde, die wegen ihrer Giftigkeit als C. geeignet erschienen. 1907 sprach man zwar in der Haager Landkriegsordnung (HLO) ein Verbot der Anwendung C. aus, aber am 22.4.1915 wurde von deutscher Seite an der Westfront mit Chlor erstmals ein C. eingesetzt; die nach ihrer farblichen Kennung bezeichnete Giftgasmunition (Blau-, Gelb-, Grün-, Weißkreuz) forderte auf beiden Seiten etwa 100.000 Tote und 1,2 Mio Verletzte.
Obwohl das Genfer Giftgasprotokoll von 1925 erneut den Einsatz C. untersagte, wurde weiter und intensiver als vorher an der Entwicklung neuer Kampfstofftypen geforscht. Aus dieser Zeit stammen die Nervenkampfstoffe Tabun , Sarin und Soman . Im Zweiten Weltkrieg wurden C. in Asien von japanischer Seite eingesetzt, in deutschen Gaskammern brachte man mit dem Atmungsgift Zyklon B Mio von Menschen um. Im anschließenden "Kalten Krieg" setzte bei den C. wie auch bei atomaren Waffen ein Wettrüsten ein. Eine neue Variante der chemischen Kriegsführung demonstrierten die USA mit dem Einsatz von Entlaubungsmitteln im Vietnamkrieg. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung setzt die Produktion von Binärkampfstoffen.
Seit 1925 sind über 30 Kriege dokumentiert, in denen C. eingesetzt wurden. Am Beispiel der beiden Golfkriege wurde deutlich, daß die C. als " Atombombe des armen Mannes" in Zukunft vor allem in Ländern der sog. "Dritten Welt" stärkere Bedeutung erlangen werden. Es ist zu bezweifeln, ob internationale Anstrengungen zur endgültigen Ächtung C. erfolgreich sein werden.
Die Beseitigung von C. ist technisch zwar in Form einer Hochtemperaturverbrennung möglich, doch ist das Betreiben einer solchen Anlage mit einem hohen Sicherheitsrisiko verbunden, vom Transport der Kampfstoffe ganz zu schweigen. Die in der BRD einzige Anlage zur C.-Entsorgung in Munster (GEKA = Gesellschaft des Bundes zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungs-Altlasten mbH) ist auf Jahre hin ausgelastet. Die Kosten für die Entsorgung werden auf mindestens das dreifache der Produktionskosten geschätzt.

Lit.: D.Wöhrle, D.Meisner: Die zunehmende Verbreitung eines Massenvernichtungsmittels; in Nachrichten aus Chemie, Technik und Laboratorium, 1989


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Stand: 2. Juli 2004
Erstellt: 8. Mai 2001

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in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
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