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Umweltlexikon-online.de: Bubble-(Kompensations-)Politik


Ziel dieser Umweltpolitik ist es, wirtschaftliche Vorteile durch eine Flexibilierung der Auflagenpolitik in Richtung Umweltzertifikate freizusetzen.
Durch einen "kontrollierten Umwelthandel" sollen die theoretischen Vorteile des Zertifikatsmodells genutzt, jedoch seine Nachteile eingeschränkt werden. Ein solcher Handel (controlled trading) war in den Vereinigten Staaten zugelassen worden, um bei der Erreichung der gesetzlich vorgeschriebenen, aber oft überschrittenen Luftqualitätsziele (vergleichbar mit deutschen Immissionwerten) entscheidend vorwärts zu kommen. Es war vor allem notwendig, die Altanlagen, die aufgrund schlechter technischer Ausrüstung sehr viel höhere Emissionen verursachen als vergleichbare Neuanlagen, zu sanieren. Grundlage für die Sanierung von Altanlagen sind in den USA die staatlichen Vollzugspläne (State Implementation Plan - SIP) In ihnen sind rechtsverbindlich die Mittel festgelegt, mit denen die Luftqualitätsziele zu erreichen sind.
Nach der bubble-Politik (bubble = Blase) wird die Einhaltung der SIP-Auflagen nicht an jeder einzelnen Anlage geprüft und durchgesetzt. Statt dessen geht man bei dieser Art der Sanierungspolitik von einer imaginären Blase aus, die sich über einen der mehrere Betriebe mit einer Vielzahl von Luftverschmutzern stülpt. Die Einhaltung der SIP-Auflagen wird von den Behörden nur für die Gesamtemissionen der Blase kontrolliert. Was innerhalb einer solchen Blase geschieht, wie die behördlich vorgeschriebenen Emissionsminderungen auf die verschiedenen Anlagen verteilt werden, ist Angelegenheit der Unternehmen.
Fragwürdig wird B., wenn Neuanlagen nicht auf dem Stand der Technik realisiert werden, sondern statt dessen Altanlagen simple Emissionsminderungsysteme erhalten oder stillgelegt werden. In den USA gibt es einen regen Handel mit solchen Stillegungsrechten. Auf diesem Weg wird der Einsatz modernster Rückhaltetechnologien verhindert, und es werden die Altlasten von morgen geschaffen.




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Stand: 1. März 2012
Erstellt: 13. Februar 2012
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