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Umweltlexikon-online.de: Bruttosozialprodukt


Begriff der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung; bezeichnet sämtliche mit Marktpreisen bewertete Sachgüter und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft , die innerhalb eines Jahres von Inländern erzeugt wurden.

Das B. dient in allen modernen Wirtschaftssystemen als führender quantitativer Wohlstands- und Wachstumsindikator.
In das vordergründig an ökonomischen Daten orientierte B. fließen Umweltbeanspruchungen bzw. Gesundheitsschädigungen nur ein, wenn diese mit zählbarer Leistung (z.B. Rekultivierung von Industriebranchen, Kuraufenthalt für geschädigte Arbeitnehmer) repariert werden. Aus Sicht der Umwelt ökonomie wird daher die traditionelle Berechnung des B. als zu kurzfristig und nicht aussagekräftig kritisiert. Häufig hängt eine Steigerung des B. mit einer Verschlechterung der Umweltqualität zusammen (z.B. Ausbeutung von Rohstoffen und Energiereserven ), oder die nachträglichen, zum Teil überaus kostenintensiven, Maßnahmen zur Behebung von Umweltschäden (z.B. Altlastensanierung) wirken zwar wachstumsteigernd, haben aber einen negativen Wohlstandseffekt.
Als Orientierungsgröße der Wirtschaftspolitik birgt das B. somit große Gefahren einer Fixierung auf das quantitative Wachstum ("Wachstum um jeden Preis"). Für die Verfolgung qualitativen Wachstums als wirtschaftspolitische Maxime, d.h. Wertschöpfung bei gleichbleibender oder gar sinkender Beanspruchung der Umwelt , ist es daher unabdingbar, diesen Indikator entweder durch ökologische Aspekte zu ergänzen, oder einen neuen Indikator für die Beurteilung der ökonomischen und ökologischen Leistungsfähigkeit einer Volkwirtschaft zu entwickeln (Ökosozialprodukt). Hierbei ergeben sich jedoch gravierende Probleme bei der Messung und Bewertung monetär nicht faßbarer Größen, wie z.B. die Bewertung von Umweltschäden oder der physischen bzw. psychischen Belastung von Arbeitnehmern und deren familiärem Umfeld.



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Stand: 17. Oktober 2002
Erstellt: 16. Mai 2001
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
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