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Umweltlexikon-online.de: Blaue Flagge


Als Gütesiegel für Urlaubsorte, deren Rahmenbedingungen von der EG-Kommission , Einzelheiten aber von nationalen Organisationen bestimmt werden, soll die jeweils für die Dauer eines Jahres verliehene B. anerkannte und kontrollierte Sauberkeit von Badegewässern, Stränden und Sportboothäfen sowohl an der Meeresküste wie auch an Binnengewässern signalisieren.

In Deutschland wird die B. von der "Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung" verliehen, die u.a. vom Bundesumweltministerium und von drei norddeutschen Ministerien unterstützt wird. Kriterien für die Verleihung der B. sind in Deutschland neben der Einhaltung einschlägiger Richtlinien und Verordnungen auch Einrichtungen für Umweltinformation und -erziehung.
Kritik an diesem Signet kam nicht nur von Verbraucherschützern, die einen mit der B. ausgezeichneten Ort wegen unlauteren Wettbewerbs abmahnten, sondern auch von Umweltschutz - und von Fremdenverkehrsverbänden, die strengere Kriterien und bessere Kontrollen für ein solches Gütesiegel forderten. Aus sachlichen, aber auch juristischen Gründen haben daher die deutschen Touristikunternehmen davon abgesehen, die B. wie ursprünglich vorgesehen ab 1991 in ihren Katalogen als Gütesiegel aufzuführen.
Ein konkurrierendes Gütesiegel vergibt der Verein "Ökologischer Tourismus in Europa ": den "Grünen Koffer". Unterstützt wird dieses Signet von Organisationen wie dem Deutschen Naturschutzring, den Gebirgs- und Wanderverbänden, dem Jugendherbergswerk, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, dem Verkehrsclub Deutschland , den Naturfreunden international, der Gewerkschaft Nahrung, Genuß, Gaststätten und den Fremdenverkehrsverbänden Hessen und Tirol. Kriterien für den "Grünen Koffer" sind u.a.: Angebot von Nahrungsmitteln aus der Region und aus ökologischem Anbau, sparsamer Umgang mit Energie und Wasser , Verzicht auf unnötige Verpackungen , Verträge vorzugsweise mit ortsansässigen Arbeitskräften, tarifliche Regelungen für Mitarbeiter und Beteiligung der einheimischen Bevölkerung an Entscheidungen, die den Fremdenverkehr betreffen.
Signets wie die B. und der Grüne Koffer können dem einzelnen Touristen nur Anhaltspunkte liefern, wo und wie er Urlaub machen kann, der umweltverträglicher ist als der ökologisch besonders schädliche Massentourimus. Grundsätzlich werden die Zielkonflikte des Tourismus (Freizeit und Umwelt ) durch solche Bemühungen allerdings nicht beseitigt.



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Stand: 13. Februar 2012
Erstellt: 13. Februar 2012
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