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Umweltlexikon-online.de: Moor


Man unterscheidet je nach Entstehung die im Grundwasserbereich, zum Beispiel bei der Verlandung von Seen, gebildeten nährstoffreichen Niedermoore (=Flachmoore) und die vom Grundwasser unabhängig wachsenden über ihre Umgebung sich uhrglasförmig erhebenden nährstoffarmen Hochmoore, die vom Regenwasser gespeist werden.

Moore sind nach der Eiszeit entstanden und weisen mindestens 30 cm dicke Torflager mit einer charakteristischen Floar und Fauna auf.

Moore gehören zu den in ihrem Bestand stark gefährdeten Biotopen ( Feuchtgebiete ). Seit dem letzten Jahrhundert erfolgte eine systematische Kultivierung der Moore. Die Trockenlegung grosser Moorflächen für die landwirtschaftliche Nutzung ( Melioration ) und der industrielle Abbau der Torfschichten für den Gartenbau ( Torf ) sind die Ursachen für den starken Rückgang der Moorgebiete.

Die Entwässerungen führen zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels ( Grundwasser ) und damit zu einer Verringerung der Trinkwasserreserven. Moore sind zwar gesetzlich geschützt, aber der starke Einfluss von Landwirtschaft und Industrie zerstört sie auch weiterhin. Wichtig für den Schutz der Moore ist ein verändertes Verbraucherverhalten , zum Beispiel durch die Nutzung alternativer Bodenverbesserungsmittel ( Torf ).

Vor allem in Schleswig-Holstein und Niedersachsen werden Torfabbaugebiete durch Wiedervernässung rekultiviert ( Rekultivierung ). Es handelt sich jedoch um eine sehr langfristige Maßnahme, die bis zur vollständigen Moorregeneration mehrere Jahrhunderte dauert.

11.250 km² Westdeutschlands waren ehemals Moore. In Niedersachsen, einst eines der moorreichsten Gebiete Europas, sind nur noch 1-2% der einstigen Moorfläche intakt. In Schleswig-Holstein existieren von früher 45.000 ha Moor heute nur noch auf 100 Hochmoore verteilte 5.600 ha.
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Stand: 18. Februar 2003
Erstellt: 21. Mai 2001
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