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Umweltlexikon-online.de: Flugverkehr


Der F. ist der Verkehrsbereich mit den größten Wachstumsraten.


Der Personen-F. hat sich seit 1975 weltweit mehr als verdoppelt, und alle Prognosen gehen davon aus, daß er sich bis zum Jahr 2000 erneut verdoppeln wird ( Verkehr ). Hinzu kommt der Frachtverkehr, wo bis 2000 Zunahmen von 200% erwartet werden. Flughäfen und Luftraum stoßen schon heute an ihre Kapazitätsgrenzen. Deutschland ist weltweit das Land mit dem dichtesten F..

Beinahzusammenstöße häufen sich, treibstoff- und zeitraubende Warteschleifen sind die Regel. Piloten fordern eine Verbreiterung der zivilen Luftkorridore auf Kosten militärisch reservierten Luftraumes, die Fluggesellschaften Flughafenausbauten.

Der gesamte F. ist von der Mineralölsteuer befreit, der grenzüberschreitende F. auch von der Mehrwertsteuer. Bau und Ausbau der Flughäfen bezahlt der Staat.

Die gravierendsten Umweltschäden durch den F. sind hoher Energieverbrauch (s. Tab. Verkehr und Kraftstoffverbrauch), Flugzeugabgase und Fluglärm. Selbst der relativ umweltfreundliche Airbus benötigt pro Fahrgast 5mal soviel Energie wie ein Intercity. Ein Jumbo verbraucht sogar noch einmal das 3-4fache pro Fahrgast und verschlingt stündlich 16.000 l Kerosin . Auch wenn moderne Maschinen durch technische Innovationen leiser sind und weniger Treibstoff verbrauchen, werden diese Verbesserungen durch die starke Zunahme des F. überkompensiert.

Flugzeuginsassen sind v.a. bei Interkontinentalflügen hohen Strahlenbelastungen ausgesetzt, was insb. zu Gefährdungen des Flugpersonals führt ( Kosmische Strahlung ).
Längst wird die Notwendigkeit vieler Flugreisen in Frage gestellt. Der F. innerhalb Deutschlands wird zu 75% von Geschäftsreisenden genutzt, im grenzüberschreitenden Verkehr ist das Verhältnis umgekehrt, 63% sind Freizeit- und Urlaubsverkehr (etwa 20% der Urlauber benutzen das Flugzeug).

Fast die Hälfte aller Reisen liegt im Entfernungsbereich bis 600 km, im Linienverkehr, den überwiegend Geschäftsreisende nutzen, gehen 54% des F. zu Zielen, die weniger als 600 km entfernt sind. Diese Ziele sind in gleicher oder wenig längerer Reisezeit mit der Bahn erreichbar. Besonders fatal ist das Fehlen eines Fernverkehrgesamtkonzeptes.

Es gibt keine Koordination zwischen den Fluggesellschaften oder gar zwischen Flug- und Bahnverkehr. Ergebnis sind Parallelflüge im Linien- und Charterverkehr und ein Konkurrenzkampf, der immer stärker zu Lasten der umweltfreundlichen Bahn geht (Schienenverkehr), die für den Fernverkehr keinerlei Subventionen erhält.

Umweltschutzverbände fordern: Verlagerung aller Kurzstreckenflüge auf die Schiene, massive Reduktion (des teilweise überflüssigen) Güterverkehrs per Flugzeug, Abschaffung aller Subventionen und Steuergeschenke für den F. und die Luftfahrtindustrie, ausschließlichen Einsatz lärmarmer und energiesparender Flugzeuge, keine weiteren Flughafenaus- und -neubauten sowie die Erstellung eines Fernverkehrkonzeptes, das den Schwerpunkt auf die Bahn legt. Eine wirkliche Verminderung der absoluten Umweltbeeinträchtigungen des F. wird nur über eine Reduzierung der Zahl der Flüge möglich sein.

Eine Alternative zum F. im Entfernungsbereich bis 600 km könnte der Transrapid darstellen.

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Stand: 15. August 2004
Erstellt: 14. Mai 2001
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in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
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