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Umweltlexikon-online.de: Pseudo-Krupp


P. ist eine Erkrankung des Kehlkopfes und der Luftröhre, bei der durch eine virale Infektion, meist Influenza - oder Parainfluenza -, aber auch durch Masernviren die Schleimhäute der Luftwege stark anschwellen.

Die plötzlich auftretenden Symptome sind bellender, krampfartiger Husten, meist in den Abendstunden, ziehendes Geräusch beim Einatmen, Erstickungsangst und zunehmende Panik beim Kind. P.-Anfälle häufen sich im Herbst und im Winter mit einem Gipfel im Oktober und November. Es sind Kinder zwischen 6 Monaten und 5-6 Jahren betroffen, Jungen etwas häufiger als Mädchen. Kinder mit Veranlagungen zu Allergien und Überempfindlichkeitsreaktionen scheinen besonders gefährdet zu sein. P. darf nicht mit der weitaus gefährlicheren Epiglottitis (Kehlkopfentzündung) verwechselt werden, die auch Erwachsene befällt und durch das rasante Zuschwellen des Kehlkopfbereichs oft tödlich verläuft.

Therapie: Das Kind soll feucht-kühle (Nacht-) Luft oder die herausströmende Kaltluft vor dem geöffneten Kühlschrank einatmen; oder man läßt mit der Handbrause zunächst heißes, dann kaltes Wasser in die Badewanne laufen und geht mit dem Kind in die feuchte Badezimmeratmosphäre. Der Arzt verordnet häufig Cortison-Zäpfchen (Rectodelt-Zäpfchen).

Vorbeugung: Keine trockene Heizungsluft, nicht rauchen. Formaldehyd und andere Innenraumluftbelastungen sind aus Kinderzimmern fernzuhalten.
Zahlreiche Studien versuchen herauszufinden, ob zusätzliche Faktoren, wie z.B. Allergien, erbliche Faktoren, Klimawerte, insb. aber Luftverschmutzungen, als Auslöser der Krankheit eine Rolle spielen. In letzter Zeit wird vermehrt die Innenraumluftbelastung als Auslöser diskutiert.

Hier sind Ausgasungen aus Teppichböden, Möbeln, Farben , das Rauchen (Tabakrauch), Haustiere und erhöhte Stickoxid- bzw. Formaldehyd -Abgaben durch Gasfeuerung zu nennen.
Was die Außenluftverschmutzung angeht, so gibt es sowohl Untersuchungen, die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung durch insb. Schwefeldioxid , Stickoxide und Schwebstäube und P.-Anfällen zeigen, als auch Untersuchungen, die Luftschadstoffe lediglich als kleinen zusätzlichen Faktor ausweisen, der das Krankheitsgeschehen verstärkt.

Die unterschiedlichen Einschätzungen beruhen größtenteils auf methodischen Mängeln der einzelnen Studien. So wurden i.d.R. nicht alle P.-auslösenden Faktoren (wie z.B. Wetterbedingungen, geographische Lage, Jahreszeit, Wohnsituation, Tabakrauch der Eltern usw.)vollkommen erfaßt.

Dazu kommt, daß die in Kinderkliniken und bei Kinderärzten registrierten Anfälle nicht die tatsächliche Häufigkeit widerspiegeln, da ein Großteil der P.-Fälle zu Hause von den Eltern behandelt wird und somit gar nicht registriert werden. Im Hinblick auf eine Vielzahl von Umweltkrankheiten und insb. auch im Zusammenhang mit der ständig steigenden Zahl der allergieerkrankten Kinder sollten weitere, statistisch gesicherte und methodisch ausgereifte Untersuchungen erfolgen.

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Stand: 5. März 2003
Erstellt: 16. Mai 2001
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