Embryotoxizität

Embryotoxizität

Unter Embryotoxizität versteht man die Möglichkeit, während der Embryonalphase in der Schwangerschaft den Embryo durch körperfremde Stoffe zu schädigen. Die Embryonalphase dauert generell vom 18. Schwangerschaftstag bis zur Vollendung der 8. Schwangerschaftswoche. In dieser Zeit werden die Organe angelegt die Organdifferenzierung erfolgt. Wenn während dieser wichtigen Zeit, Schadstoffe (Chemie) über die Mutter in den kindlichen Kreislauf gelangen, kann dies zu Organschäden beim Embryo führen. Je nach Schwere der Embryotoxizität kann als Folge Teratogenität, Letalität und Wachstumsverzögerung auftreten. Um diesen Problemen vorzubeugen, sollten Frauen im gebährfähigen Alter auf jegliche Medikamente verzichten, die nachweislich embryotoxisch wirken könnten. Da jedes Jahr neue Medikamente auf den Markt kommen, sind viele Ärzte und Schwangere verunsichert, welche Präparate schädlich sein könnten oder nicht. Ende der 1950-iger Jahre bis Anfang der 1960-iger Jahre sorgte der Contergan-Skandal weltweit Schlagzeilen. Der Wirkstoff Thalidomid, der als Beruhigungs- und Schlafmittel unter dem Namen Contergan vertrieben wurde, führte zu zahlreichen schweren Schädigungen am ungeboren Kind. Thalidomid gehört chemisch betrachtet zur Gruppe der Barbiturate. Neben der schlaffördernden Wirkung verfügte der Wirkstoff auch über blutgefäßneubildungshemmende Eigenschaften, wodurch der Embryo oftmals nicht alle Gliedmaßen ausgebildet hat und das Kind behindert zur Welt kam und der Schock für die Eltern sehr groß war. Schwangere sollten deshalb in den ersten Wochen der Schwangerschaft auf jegliche chemische Substanzen verzichten.