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Umweltlexikon-online.de: Mineralwolle


Beim Einsatz von Mineralwolle, künstlichen Mineralfaser wie Steinwolle und Glaswolle , werden gesundheitsgefährdende Wirkungen vermutet. Ein Beweis konnte bislang zwar nur mit Tierversuchen erbracht werden, aus Vorsorgegründen muß man jedoch auch mit einem Risiko für den Menschen rechnen. Aufgrund der Tierexperimente an Ratten scheinen Steinfasern ungünstigere Wirkungen als Glaswollefasern zu verursachen.

Eine Gesundheitsgefährdung wird bei Mineralfasern vermutet, die kürzer als 5 µm und dünner als 2 µm sind sowie ein Verhältnis von Länge zu Durchmesser größer als 5:1 aufweisen. In der MAK-Wert-Liste wird Mineralwolle nach Abschnitt III Gruppe A2 (Im Tierversuch nachgewiesenermaßen krebserzeugend) eingestuft.

Der mengenmäßige Anteil kritischer Fasern liegt bei Steinwolle bei durchschnittlich 8 Prozent. Meist sind künstliche Mineralfasern zwar relativ dick und spalten sich nicht wie Asbestfasern der Länge nach weiter auf, durch mechanische Einflüsse muß man jedoch mit der Freisetzung eines gewissen Anteils an feinen, lungengängigen Fasern rechnen. Die als Bindemittel (bis zu 20 Prozent) verwendeten Kunstharze enthalten fast alle Formaldehyd . Nur lose, nicht gebundene Mineralwolle enthält keine Bindemittel.

Mineralwolle wird im Hochbaubereich zur Wärme- und Trittschalldämmung eingesetzt (weltweiter Umsatz im Bereich Mineralfaserdämmstoffe ca. 200 Mrd DM). Mineralwolle besitzt sehr gute Wärmedämmeigenschaften ( k-Wert ), die aber durch Feuchtigkeit stark herabgesetzt werden. Bei der Verarbeitung muß darauf geachtet werden, daß möglichst staubfrei gearbeitet wird: Material nicht sägen, möglichst nicht schneiden, durch Wegräumen das Zertreten verhindern, für gute Lüftung sorgen, möglichst Staubmasken tragen. Die Dämmbereiche müssen besonders staub- und faserdicht zum Innenraum abgeschlossen sein, was gerade beim Dachbau Probleme bereitet (Folienabschluß o.ä.) ( Raumklima ).

In der Entwicklung sind Mineralfasern mit einem günstigeren Durchmesser/Längenverhältnis und einer geringeren Biobeständigkeit (schnellere Auflösung der Fasern im Körper). Mineralwolle ist aufgrund des Feinstfaseranteils und der Formaldehyd -haltigen Bindemittel problematisch zu entsorgen (Sonderabfälle). Ein Recyclingverfahren, das Mineralwolle zu Feingranulat einschmilzt, existiert, besitzt aber noch keine praktische Bedeutung. Alternativen zur Mineralwolle: Wärmedämmstoffe, Schlackenwolle , Schalldämmung, Wärmedämmung

Stichwortstand: 1993
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Stand: 20. November 2010
Erstellt: 21. Mai 2001
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
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