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Umweltlexikon-online.de: Abbeizmittel


Alkalische, saure oder neutrale Mittel zur Entfernung von Anstrichfarben.
  • 1. Alkalische A., z.B. Natriumhydroxid , Kaliumhydroxid , Salmiakgeist ( Ammoniak ), ätzend, zum Abbeizen von Kunstharzfarben (nach Anwendung zum Schutz des Untergrundes Neutralisation mit schwachen Säuren).
  • 2. Lösende A.: Mischungen aus organischen Lösemitteln, stark giftig: hauptsächlich Dichlormethan ( Methylenchlorid ) und Methanol , Beimischungen von Wachsen und Celluloseesthern, verhindern schnelles Verdunsten. Herabsetzung der Entflammbarkeit durch Zusatz von chlorierten Kohlenwasserstoffen (Dichlorethan, o-Dichlorbenzol). Handelsüblich sind kombinierte A..


Gesundheitsschädigende Wirkung bei Hautkontakt, durch Verschlucken und Inhalation . Bei Hautkontakt und Augenspritzern treten starke Rötungen und Blasenbildung auf (mit viel Wasser abspülen, Kleidung wechseln). Bei Verschlucken und Inhalation: Husten, Erbrechen, Atemnot, Schwindel, Koma (Arzt rufen! Frischluftzufuhr als Sofortmaßnahme). Schwere Inhalationsvergiftungen können in kleinen ungelüfteten Räumen durch Dichlormethan auftreten.

Vorsicht: In Gegenwart von offenen Flammen oder heißen Heizkörpern entsteht aus Dichlormethan das außerordentlich giftige Phosgen !
Aufgrund der starken Giftigkeit lösender A. sollten möglichst "Ablaugmittel" benutzt werden. Bei sachgemäßem Gebrauch (Hautkontakt meiden, lüften, mit Schutzbrille arbeiten!) sind Ablaugmittel relativ ungefährlich.

Nach Gebrauch gehören Laugen und A. mit den darin aufgelösten Farben /Lacken zum Sonderabfall.
Anstelle von A. ist auch thermisches Ablösen mit einem Heißluftfön möglich; allerdings können auf diese Weise Gase freigesetzt werden, die die Atemwege belasten und möglicherweise krebserregende Stoffe enthalten. Das Absaugen über Aktivkohlefilter oder das Tragen von Masken ist anzuraten.

Zum Abbeizen alter Möbel (keine Kunstharzlacke) können Soda oder Pflanzenseifen Verwendung finden. Bei mechanischer Entfernung durch Abhobeln, Schleifen das Einatmen des Farb- und Holzstaubes vermeiden. Auch das Abziehen mit dem "Abzieher" ist ökologisch unbedenklich, eignet sich aber nur für große, ebene Flächen. Werden trotzdem handelsübliche A. verwandt, ist bis zur Neutralisation (z.B. mit Zitronen- oder Essigsäure) auf ausreichende Belüftung zu achten. Es ist zu bedenken, daß neben Gesundheitsschäden auch Materialschäden entstehen können.

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Stand: 10. Februar 2012
Erstellt: 10. Februar 2012

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